Wasser wird in Goch deutlich teurer – und der Bürger zahlt wieder die Zeche
Eine Preisanpassung mag nachvollziehbar sein. Eine Erhöhung um 183,3 Prozent beim Grundpreis von heute auf morgen ist es für mich nicht.

Die Stadtwerke Goch erhöhen ab dem 1. Oktober 2026 die Trinkwasserpreise deutlich. Der jährliche Grundpreis steigt von 38,52 Euro auf 109,14 Euro. Das ist eine Erhöhung um 183,3 Prozent. Gleichzeitig steigt auch der Arbeitspreis von 1,93 Euro auf 2,47 Euro je Kubikmeter.
15 Jahre ohne Erhöhung rechtfertigen keinen solchen Sprung
Natürlich kann man sagen, dass die Preise seit 15 Jahren nicht erhöht wurden. Aber das rechtfertigt meiner Meinung nach keine Erhöhung um 183,3 Prozent beim Grundpreis von heute auf morgen.
Wenn man so lange nichts anpasst, ist das nicht die Schuld der Bürger. Man hätte die Preise über mehrere Jahre schrittweise und für die Menschen verträglich anpassen können. Dann wäre die Belastung nicht auf einmal so hoch ausgefallen. Aber vorausschauendes Denken scheint hier leider nicht die größte Stärke zu sein.
Wer Wasser spart, wird besonders stark belastet
Besonders hart trifft es Haushalte mit einem niedrigen Wasserverbrauch. Wer sparsam mit Wasser umgeht, wird durch den stark gestiegenen Grundpreis prozentual sogar besonders belastet.
Bei einem Verbrauch von 50 Kubikmetern steigen die jährlichen Kosten von 135,02 Euro auf 232,64 Euro. Das sind 72,3 Prozent mehr. Bei einem Verbrauch von 109 Kubikmetern steigen die jährlichen Kosten von 248,89 Euro auf 378,37 Euro – also um rund 52 Prozent.
Die Bürger werden ständig zum Sparen aufgefordert. Wer aber Wasser spart, wird jetzt prozentual am stärksten zur Kasse gebeten. Das muss man erst einmal erklären können.
Eine gestaffelte Lösung wäre fairer gewesen
Ich stelle mich hier klar auf die Seite der Gocher. Eine Preisanpassung nach 15 Jahren mag nachvollziehbar sein, aber die Art und Höhe dieser Erhöhung halte ich nicht für bürgerfreundlich. Eine gestaffelte Lösung wäre fairer und vernünftiger gewesen.
Am Ende ist es wie so oft: Entscheidungen werden getroffen und die Rechnung bekommt der Bürger.
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